Bußgeld bei Überladung in Österreich: Was Wohnmobil-Fahrer wissen müssen

Wer nach einem „Bußgeldkatalog Österreich" für Überladung sucht, sucht vergeblich — und genau das ist die wichtigste Information: Österreich hat keinen bundesweit einheitlichen Bußgeldkatalog für Überladung. Die Strafen werden von den Behörden im Einzelfall nach Ermessen festgesetzt, auf Grundlage des Kraftfahrgesetzes (KFG 1967). Für Wohnmobil-Fahrer heißt das: weniger Berechenbarkeit, strengere Praxis und im Ernstfall deutlich höhere Strafen als in Deutschland.

Auf einen Blick

Die Strafen im Überblick

Auch ohne festen Katalog haben sich in der Praxis Größenordnungen etabliert. Die folgenden Werte sind Richtwerte — die tatsächliche Strafe legt die Behörde im Einzelfall fest:

Überladung Strafe (Richtwert) Folgen
Ab 2 %IndividuellWeiterfahrt kann untersagt werden
Ab 6 % (bis 3,5 t)170 €Weiterfahrtverbot
Ab 6 % (über 3,5 t)210 €Weiterfahrtverbot
Ab 15 %Bis 5.000 €Anzeige

Quelle: KFG 1967, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)

Wichtig: Sowohl Fahrer als auch Halter können in Österreich getrennt zur Verantwortung gezogen werden. Im Extremfall sind Strafen bis zu 10.000 € möglich.

Warum Österreich strenger ist als Deutschland

Drei Unterschiede machen Österreich für überladene Wohnmobile besonders unangenehm:

Deutschland und Österreich im Vergleich

Deutschland Österreich
BußgeldkatalogJa (BKatV)Nein — Ermessen (KFG 1967)
Erste StufeAb 2 %: 30 €Ab 2 %: Weiterfahrt kann untersagt werden
Mittlere ÜberladungAb 10 %: 110 € + 1 PunktAb 6 %: 170–210 € + Weiterfahrtverbot
Obergrenze380 € + 1 Punkt (Fahrer), Halter bis 425 €Bis 5.000 €, im Extremfall bis 10.000 €

Quellen: BKatV, Anlage | KFG 1967 (RIS)

Alle Bußgelder für Deutschland, Schweiz, Italien und Frankreich findest du im großen Überblick: Wohnmobil überladen — Bußgelder in 5 Ländern.

So vermeidest du das Risiko

Die gute Nachricht: Überladung ist komplett vermeidbar — wenn du dein echtes Gewicht kennst.

  1. Einmal wiegen: Fahre vor der Reise auf eine öffentliche Fahrzeugwaage und ermittle dein reales Leergewicht. Das Leergewicht im Fahrzeugschein (Feld G) liegt oft 100–300 kg unter der Realität — wie das geht, steht im Ratgeber Zuladung berechnen.
  2. Vor der Abfahrt rechnen: Mit dem Zuladungs-Rechner prüfst du in einer Minute, ob dein Reisegewicht unter dem Limit bleibt — inklusive Achslast-Check.
  3. Gerade vor Österreich-Touren: Volle Wassertanks sind der Klassiker. 100 Liter Wasser sind 100 kg — bei nur 70 kg „Toleranz" bis zur 2-%-Schwelle entscheidet das über Weiterfahrt oder Zwangspause.

Gewicht im Griff — bevor es die Kontrolle prüft

Cleared for Camping verrechnet dein gewogenes Leergewicht automatisch mit Crew, Packlisten und Wasserständen — und zeigt dir vor der Abfahrt, ob du im grünen Bereich bist. Inklusive Reiseinfos für Österreich und 39 weitere Länder.

Kostenlos im App Store laden

Fazit

Österreich verzeiht bei Überladung nichts: keine Toleranz, kein berechenbarer Katalog, dafür Weiterfahrtverbote ab 2 % und Strafen, die im Ernstfall vierstellig werden. Wer regelmäßig über den Brenner, durchs Inntal oder Richtung Kroatien unterwegs ist, sollte sein reales Gewicht kennen — nicht das aus dem Fahrzeugschein.

Hinweis: Alle Angaben sind eine Orientierungshilfe und basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Informationen (Datenstand Mai 2026). Da Österreich Strafen im Einzelfall festsetzt, sind die genannten Beträge Richtwerte. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Haftung — verbindlich ist allein das Kraftfahrgesetz (KFG 1967) in seiner aktuellen Fassung.